Oder anders gesagt, ich war im Paradies………..
Wie ihr wisst, wurde ich in Takamatsu von Hitomi mit einem Begleitzettel (wo das Wichtigste ueber mich drauf stand) in den Zug gesetzt. Anhand des Fahrplanes verfolgte ich die Haltestellen, da bei der Kotoden Railway die Haltestellen keine Nummern haben. Ich sollte in Hazama vom Zug abgeholt werden. Das klappte auch perfekt, eine Frau stand da und winkte mir.
Gemeinsam fuhren wir zu ihrem Tempel. Dieser liegt umgeben von vielen Baeumen etwas abseits. Mir wurde mein “Zimmer” gezeigt. Abends schliesst man 3 Tueren und breitet seine Matraze auf den Tatami Matten aus.
Dann gab es Mittag (Brot mit Kaese, Marmelade und Obst). Zum Essen kamen ihr Mann, der Priester des Tempels und seine 96 jaehrige Mutter dazu.
Nachmittags fuhren wir zu Kaolin’s Buero, da sie Englisch beherrscht, um meine weiteren Plaene zu besprechen. Erst einmal habe ich von meinen Erlebnissen erzaehlt und sie hat nur gelacht. Ich fand es anfangs nicht so sehr lustig, aber sie hat schon Recht, es war einerseits wirklich nicht sehr intelligent diesen Weg im Sommer zu laufen und ich habe Japan (Shikoku) von einer Seite kennen gelernt, wie es kaum ein Tourist tut.
(Ich finde es wirklich spannend, das so viele Menschen den gleichen Weg laufen und dennoch hat jeder voellig andere Erlebnisse.)
Was die naechsten Tempel betraf, sah sie das auch alles recht locker. Auch das lies mich etwas verzweifeln, da ich die Probleme sah, doch wusste sie das es eine Loesung geben wird.
Und so war es auch, am naechsten Tag fuhren wir zum Zentsu ji Tempel, dem Geburtsort von Kobo Daishi. Wir, das heisst die Tempelfrau und ihr Mann, eine Freundin (Etsuko) mit ihrem Mann, ein weiterer Freund und ein Translater. Dort trafen wir den zweithoechsten Moench zu einem Gespraech. Weiter ging es durch die “Tiefen des Tempels” und zu den anderen Tempels dieses wundervollen Platzes. Alleine haette ich das gar nicht gefunden.
An diesem Tag standen noch vier weitere Tempel auf dem Plan und ein Besuch der heissen Quellen. Anschliessend gingen wir in den Supermarkt. Es war echt lustig, sie wollten gern fuer die vegetarische Deutsche einkaufen (Was mag sie essen?) und ich wollte bescheiden sein. Der Priester fand auch immer was, wo er dachte das es mir schmeckt, aber seine Frau meinte: “das haben wir zu Hause”…
Dann zurueck zum Tempel und gemeinsames Abendessen. Es war schon etwas Besonderes wieder drei richtige Mahlzeiten am Tag zu haben. Meist habe ich mir im Supermarkt nur Kekse oder Kuchen zum Fruehstueck, Mittags Eis und zum Abendbrot Reis gekauft
Am naechsten Tag hies es relaxen und am darauffolgenden Tag wieder zwei Tempel mit der Tempelfrau, Besuch des Sohnes in seinem Tempel und des castles in Marugame.
Nun kam der grosse Tag: Besuch der letzten zwei Tempel. Nun muessen wir uns das so vorstellen, das es eine grosse Ehre fuer die Leute war, mit mir gemeinsam die letzten Tempel zu besuchen. Wieder sind wir zu fuenft losgefahren und trafen unterwegs weitere Freunde.
Es ist einfach unglaublich wie sehr sich alle mit mir gefreut haben, als wir am 88. Tempel angekommen sind!!!
(Ich stelle dann noch ein paar Bilder rein.)
Zusammenfassend kann ich euch nur erzaehlen, wie bewegend diese Gastfreundschaft war und ist. Egal ob Hitomi, die Tempelleute, naechste Woche das aeltere Ehepaar in Koyasan und dann Mine in Kochi. Es ist unglaublich, wie freundlich ich aufgenommen werde. Manche habe noch nie eine Deutsche kennen gelernt und doch darf ich bei ihnen wohnen und mit ihnen leben.
Ich bin richtig froh, dass Matthias und ich noch einmal die fuer mich wichtigsten Orte dieser Insel besuchen. Der Tempel mit meinen japanischen Eltern gehoert auf jeden Fall dazu!!!